LEDITION LAMMERHUBERPhotography Book Publisher of the Year

LHC

Wissensbücher des Jahres 2012 -
Lieblingsbuch der bdw-Leser

Peter Ginter, Rolf-Dieter Heuer, Franzobel 
29 x 31 cm, 264 Seiten, 142 Fotos
Deutsch, Englisch, Französisch
Hardcover, Schuber
ISBN: 978-3-901753-28-2 
Oktober 2011

LHC

Large Hadron Collider heißt jene Maschine, die der Wissenschaft den Blick auf den Beginn unseres Universums ermöglichen wird: ein riesiges unterirdisches Experiment der Teilchenphysik, unvorstellbar präzise, komplex und gigantisch groß.

Einer der besten Fotografen der Welt, Peter Ginter, und der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Franzobel setzen sich gemeinsam mit Rolf-Dieter Heuer, dem Generaldirektor des CERN, mit der größten und komplexesten Maschine auseinander, die Menschen je erdacht haben, der „Weltmaschine“, dem aufregendste wissenschaftliche Abenteuer der Menschheit.

EBEN AUF DIESE WEISE ENTSTEHT DAS WUNDERBARE DES WUNDERS, DASS DAS GEWÖHNLICHE  UND DAS AUSSERGEWÖHNLICHE, DAS MÖGLICHE UND DAS UNMÖGLICHE EINS WERDEN Johann Wolfgang von Goethe

Was wissen wir von der Wirklichkeit? Ist nicht alles bloß Fassade? Schöner Schein? Verbergen sich hinter den Kulissen unserer Existenz nicht allerlei Gerüste, Drahtgestelle, Speicherplatten, Atomverbindungen?

Pablo Picasso hat einmal einem Bürger, der ihn fragte, weshalb er so absonderlich male, Menschen mit drei Augen und zwei Nasen darstelle, und ihm dabei, wie zum Beweis der Wirklichkeit, ein Foto seiner Frau unter die Nase rieb, entgegnet, dass er, Picasso, sich doch wundern müsse, wie so ein liebenswerter Herr zu solch einer sonderbaren Frau komme. Klein wie eine Knoblauchzehe, schwarz-weiß, flach wie ein Salatblatt und dann noch ohne Unterleib? Da war der Bürger baff. die Realität ist alles andere als das, was wir mit unserem kleinen Bewusstsein zu fassen kriegen, ein unendliches Universum mit Rändern geht da ebenso schwer hinein wie ein Urknall. Kunst aber will das Bewusstsein erweitern, Raum schaffen für Neues, das in der Wissenschaft gerade erst erforscht wird. Oder, wie Paul Klee einmal gesagt hat: Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar. Für die Wissenschaft – speziell für die Grundlagenforschung – gilt genau dasselbe: Sie geht weit über das Sichtbare hinaus.

Manchmal sind es die Visionen der Wissenschaft, die der Kunst neue Formen eröffnen, dann wieder ist es umgekehrt. Aber in jedem Fall folgen beide, Kunst wie Wissenschaft, ähnlichen Visionen. Beide verlassen die Trampelpfade des Denkens und der Wahrnehmung, um unter Einsatz aller Intention und Kreativität etwas Neues zu erobern. Beide riskieren Irrwege, um Abkürzungen oder Neuland zu entdecken. Beide haben es nicht leicht, weil sie Altbewährtes hinterfragen und Vertrautes auf den Kopf stellen. Aber Kunst und Wissenschaft sind es auch, die die Menschheit vorwärtsbringen.

Das vorliegende Buch versucht den Spagat zwischen beiden Disziplinen. Einerseits will es den Leser für die wunderbare Welt der Teilchenphysik begeistern und ihm den LHC näherbringen, andererseits versteht es sich als Kunstwerk. Es ist sowohl eine fotografische Dokumentation einer der faszinierendsten Maschinen der Welt als auch eine literarische Annäherung an die spannendsten Fragen unserer Zeit. Peter Ginter hat den LHC fünfzehn Jahre lang mit den Mitteln der Fotografie künstlerisch interpretiert und mit seinen Bildern einen beeindruckenden Hymnus auf die Forschung geschaffen. Der Schriftsteller Franzobel hat den LHC in seine Sprache übersetzt, und Barbara Warmbein, Mitarbeiterin der Pressestelle des CERN, hat die Bildlegenden beigesteuert, wie überhaupt gesagt werden muss, dass dieses außerordentliche Projekt erst Dank der Hilfe zahlreicher Mitarbeiter zustande kommen konnte.

Letztlich aber ist dieses einzigartige Buch das, was Sie, verehrter Leser, daraus machen. Möge es Sie inspirieren, faszinieren, amüsieren und einen Urknall in ihnen auslösen.  Rolf-Dieter Heuer, Generaldirektor des CERN

Autoren

Franzobel

wurde 1967 in Vöcklabruck geboren. er lebt als Schriftsteller und dramatiker in Wien. Zahlreiche Preise und auszeichnungen, zum Beispiel: Bachmanpreis 1995, Schnitzler-Preis 2002, nestroy-Preis 2005. Werke (auswahl): Das Fest der Steine. Zsolnay, 2005. Hunt oder der totale Februar. Hausrucktheater, 2005. Moser. Theater in der Josefstadt, 2010.

Peter Ginter

gilt als Spezialist für die optische Vermittlung von High-Tech-attraktionen. Für Magazine wie GEO, National Geographic und STERN hat er Reportagen in über 100 Ländern realisiert. Seit mehr als zwanzig Jahren fotografiert er Kampagnen, Geschäftsberichte und Kalender für Kunden in aller Welt. Zu seinen zahlreichen internationalen Auszeichnungen zählen fünf World Press Photo awards. den Bau des LHC hat Ginter über mehrere Jahre für die Magazine GEO und National Geographic begleitet.

Rolf-Dieter Heuer

wurde 1948 in Boll geboren. Heuer studierte Physik in Stuttgart und Heidelberg. Danach arbeitete er zuerst in der Jade-Kollaboration am Elektronen-Positronen-Speicherring PETRA des deutschen Elektronen Synchrotrons (DESY), dann ab 1984 beim OPAL-Experiment am Cern. Von 2004 bis einschließlich 2008 war er Forschungsdirektor für Hochenergiephysik des DESY. Seit 2009 ist Heuer Generaldirektor des Cern.